Wieso darf man Stierkämpfe machen?

Deine Frage ist einerseits schwierig, da die Tierschutzgesetze in südlichen Ländern oft lasch und kaum durchgesetzt werden – andererseits aber auch sehr einfach zu beantworten: Stierkämpfe leben von Touristen, die solche Kämpfe besuchen. Die meisten Kämpfe finden dementsprechend in der Ferienzeit statt. Ohne die Unterstützung der Touristen könnte das Geschäft mit den Stierkämpfen nicht überleben.

Gemeinsam mit unserer internationalen Dachorganisation WSPA haben wir eine Meinungsumfrage in Spanien durchgeführt, die zeigte, dass die grosse Mehrheit der spanischen Bevölkerung Stierkämpfe ablehnt und erkannt hat, dass sie damit im Ausland als Tierquäler in Verruf kommen. So hat beispielsweise bereits über eine Million Spanier eine Petition zur Abschaffung der Stierkämpfe unterschrieben. Ein Verbot wird sich aber erst durchsetzen können, wenn solche Kämpfe nicht mehr von Touristen besucht und unterstützt werden. Besonders wichtig ist es deshalb, möglichst viele Menschen darüber aufzuklären, wie grausam Stierkämpfe sind und sie über die Hintergründe dieser Kämpfe zu informieren, damit sie diese Kämpfe nicht besuchen. Je mehr Menschen dagegen protestieren und die Kämpfe boykottieren, desto mehr Druck können wir Tierschutzorganisationen gleichzeitig auf die Behörden machen und umso eher werden diese Kämpfe endlich ein Ende haben.

Eine riesige Hilfe ist es deshalb, wenn Du deinen Freunden, SchulkollegInnen, Bekannten, Familie von den Stierkämpfen erzählst. Besonders natürlich den Leuten, von denen Du beispielsweise weisst, dass sie nach Spanien, Portugal oder Frankreich in die Ferien reisen. Bitte sie, schon im Reisebüro gegen die Stierkämpfe zu protestieren und klar zu sagen, dass sie solche Kämpfe nicht besuchen oder in irgendeiner anderen Form unterstützen wollen.

Letztens sah ich im Fernsehen einen Stierkampf. Ich war sehr wütend auf die Leute, die so etwas lustig finden. Mir tat der Stier sehr leid. Wieso darf man so etwas überhaupt machen?

Carla (15)

 

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zum Thema

Artikel aus der STS-Zeitschrift «Tierreport»:

Wo Tiere für Touristen leiden (PDF)

 

Linktipp

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