Krax stellt vor:

Eichhörnchen

Sicher hast du mich oder Verwandte von mir schon mal im Wald oder in einem Park gesehen! Neben dem Baummarder bin ich der geschickteste Kletterer unter den europäischen Säugetieren! Wegen unserer athletischen Kletterkunst nennt man uns auch die «kleinen Könige der Lüfte». Beobachten kannst du mich tagsüber, denn ich bin tagaktiv, vor allem in den Morgenstunden und vor der Abend-Dämmerung turne ich flink und kopfvoran die Bäume hinunter.

  Steckbrief Eichhörnchen

Mein Leben spielt sich fast ganz auf den Bäumen ab! Dank meinen buschigen Schwanz kann ich sehr gut das Gleichgewicht halten, steuern und balancieren. Und im Winter gibt er mir zudem warm. Er ist auch für die Kommunikation wichtig: wenn ich wedle, bedeutet das - anders als bei Hunden! - nichts Gutes: Damit drohe ich meinem Gegenüber.

Finde ich reichlich Leckerbissen, lege ich kluges Kerlchen Vorräte an:

 

Mein Trick

Mein Trick

Ich scharre mit meinen Pfötchen die Erde frei, lege in diese Mulde das Futter, drücke es mit meiner Schnauze fest in den Boden, scharre die Erde und Laub wieder drauf und drücke das Ganze mit meinen Pfötchen fest. Meine liebsten Notrationen sind Haselnüsse, Bucheckern, Eicheln und Samen von Nadelbäumen. Im Winter sind diese Verstecke dann meine Nahrungsquelle. Indem ich einige dieser vielen Vorräte von mir nicht mehr finde, keimen dann im Frühling die von mir eingegrabenen, also «gepflanzten», Samen.

Wie du auch auf dem Bild siehst, leiste ich damit einen wichtigen Beitrag für den Waldaufbau!

Ich bin übrigens auch sehr reinlich und putze mich sehr häufig. Und ich kann sehr gut sehen, ausgezeichnet hören und von mir verbuddelte Vorräte bis zu 30 cm unter der Erde riechen!

Eichhörnchen © Juniors / H. Kehrer
Juniors / H. Kehrer

 

Einen richtigen Winterschlaf wie die Spitzmaus oder das Murmeltier halte ich nicht, habe dafür aber längere Schlaf- und Ruhepausen. Dazwischen mache ich mich immer wieder auf, wenn der Magen knurrt und hole mir aus meinen Vorräten was zu futtern.

Mein Zuhause baue ich in den Baumkronen aus Ästen und Zweigen. Diese rundlichen, überdachten Nester (du siehst es auf dem Bild) nennen die Menschen «Kobel».Ein rechtes Eichhörnchennest ist etwa einen halben Meter breit, hat innen 20 cm Platz und wird von mir mit Moos und Gras ausgepolstert. In das Nest gelange ich durch den Haupteingang von unten und natürlich brauche ich auch noch einen Notausgang, das Fluchtloch.

 

Wie ihr Menschen schliesse ich mein Haus ab: bevor ich losziehe, verschliesse ich den Haupteingang, vor allem wenn ich Junge habe. Für alle Fälle habe ich immer noch ein paar Zweitwohnungen, also weitere Nester auf anderen Bäumen, in die ich mich auch zurückziehen kann. Als Alternative zu einem richtigen Nest tun es in der Not auch Baumhöhlen, Erdlöcher oder leeren Dachböden.

 

Ähnlich wie ihr Menschen mit euren Hausschildern, markiere ich mir meine Bäume, ich mache es allerdings mit Duftmarken. In den vielen Baumzweigen habe ich so richtige Eichhörnchen«strassen» angelegt.

 

Das mag ich

Gesunde Bäume für meine wilden Klettereien, frische Luft und spannende Abenteuer. Und natürlich eine saubere, intakte Natur! Besonders gut gefällt es mir in der Nähe einer Wasserquelle, zum Beispiel einem Waldbach oder -tümpel. Und Futter mag ich sehr! Auf meinem Speiseplan stehen Haselnüsse, Bucheckern, Fichtenzapfen, Beeren, Insektenlavern, Käfer, Ameisenpuppen, Pilze, Blüten von Laubbäumen, frischen Knospen und Triebe, aber auch mal Vogeleier und Jungvögel aus dem Nest. Das ich Vogelnester plündere, sieht man in Stadtparks nicht gerne.

 

Das mag ich nicht

Ich finde in der reichen Natur selbst genug gesundes Futter, deshalb brauchst du mich nicht zu füttern. Falsches Futter oder auch zu Weiches kann mir sogar schaden, auch meinen Nagezähnen, die hartes Futter brauchen. Werden wir gefüttert, gibt es zudem schnell zu viele Eichhörnchen auf zu engem Raum und als Einzelgänger gefällt uns das gar nicht.

Was uns Waldtieren zu schaffen macht, sind Störungen durch Menschen. Wenn ich erschreckt werde, verstecke ich mich oft über Stunden auf Astgabeln oder in meinem Nest, bis ich mich wieder sicher fühle.

 

So kannst du mir helfen!

Natürlich freust du dich, wenn du mich oder andere Waldtiere siehst und beobachten kannst. Bitte mach es aber so, dass ich keine Angst vor dir haben muss. Denn, wer hat schon gerne Angst? Wenn wir den Menschen als Feind einschätzen, bekommen wir Angst, der Puls rast und im schlimmsten Fall müssen wir flüchten.

Das alles kostet uns wertvolle Energie die wir für unser Überleben und für unsere Tierkinder brauchen. Besondere Rücksicht für Mütter mit ihren Jungen brauchen wir jeweils zwischen April und Juli.

 

Hund an der Leine © sts/K. Polzin

Apropos Angst: Ein Hund ist für uns Waldtiere ein Wolf. Ist er aber an der Leine und gefährdet uns nicht, können wir mit der Zeit sogar dich und deinen Hund erkennen und wissen, dass uns hier wenig Gefahr droht.

Helfen kannst du uns, wenn du im Wald auf dem Weg bleibst und damit für uns «berechenbar» bist. So können wir uns daran gewöhnen, dass Menschen dort entlang gehen. Bitte verhalte dich in unserem Lebensraum ruhig und leise. So hast du auch die besten Chancen, aus sicherer Distanz meine Kletterkünste bewundern zu können. Bitte entferne dich danach ebenso rücksichtsvoll wieder von deinem Beobachtungsposten.

 

Feuerwerk: nichts für feine Ohren

Apropos Geräusche: Ihr Menschen feiert manchmal mit Feuerwerk. Das laute Knallen macht uns schwer zu schaffen - übrigens auch allen anderen Tieren! Wenn du nicht auf Feuerwerk verzichten magst, zünde es bitte nur an diesem Abend, nicht schon Tage vorher und Tage nachher. Und bitte tue es nie in der Nähe von Wäldern oder Tieren. Hey, wie wär's mit den tierfreundlicheren, schönen Wunderkerzen?

Wenn du ein Eichhörchenbaby im Wald findest brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Es ist zwar aus dem Nest gefallen, die Mutter wird sich aber darum kümmern und gleich eine Suchaktion starten. Bitte berühre es deshalb nicht und verlass den Ort, damit sie sich zu ihrem Jungen getraut.

Und nicht zuletzt weisst du ja: Naturschutz ist auch Tierschutz. Bitte hilf mit, dass keine Abfälle im Wald landen, die uns Waldtieren Schaden zufügen und Verletzungen verursachen können, wie Plastiktaschen, Glasscherben und anderer Müll.

Bitte sag auch anderen Kids, dass der Wald unserer Zuhause ist, damit wir uns freuen, wenn ihr bei uns zu Gast seid ...

Herzlichen Dank für deine Hilfe!

 

Eichhörnchen © Prisma

Prisma

 

 

 

Tannzapfen

Frasspuren von mir

 

  Fusspur

 

 

Baummarder

Meine natürlichen Feinde sind Greifvögel und kleine Räuber wie der Baummarder. Der hat mehr Sprungkraft als ich, aber den Sprung von der Baumspitze zum Erdboden schaffe nur ich - so kann ich ihm entwischen, wenn ich Glück habe. Übrigens, wenn alles gut geht, kann ich bis zu 12 Jahre alt werden!

 

 

 

 

 

 

Kobel © Juniors / B. Brossette
Juniors / B. Brossette

 

 

 

 

Eichörnchen Station

in Bülach