

Das sind wir
Klar weisst du, wer wir sind - bestimmt begegnest du uns fast täglich! Aber wetten, ich falle dir meistens gar nicht mehr auf? Am ehesten vielleicht, wenn du irgendwo warten musst oder wenn wir in einem Café um Brösmeli betteln. Wir sind zwar unscheinbar, aber fast überall wo auch Menschen sind. Und uns zu beobachten macht riesig Spass, gell?!
Wenig bekannt ist aber unser Verwandter, der «Feldsperling», den ihr Menschen auch einfach «Spatz» nennt, wie uns. Er ist etwas kleiner, viel seltener und lebt eher auf dem Lande.
Wir sind die häufigste Vogelart in unmittelbarer Nähe des Menschen. Schon seit über 10'000 Jahren begleiten wir euch als «Kulturfolger». Heute gibt es uns Haussperlinge fast auf der ganzen Welt.

Einmal auf einem Kontinent angekommen, gelang es uns in wenigen Jahrzehnten ihn ganz zu besiedeln! Zeitweise wurden wir aber mit Netzen, Fallen, Giften oder gar dem Gewehr gejagt, weil man glaubte, wir würden die Ernte wegfressen. Tatsächlich fressen wir aber nur einen sehr kleinen Teil des Getreides, leisten euch dafür aber eine wichtige Aufgabe als Insektenvertilger!

Das mögen wir
Eine besondere Vorliebe haben wir für Getreide, Samen und Insekten. Im Sommer und Herbst mögen wir auch das süsse und saftige Fruchtfleisch von Kirschen, Birnen und Trauben. Jetzt im Winter brauchen wir wegen des hohen Wärmeverlusts ein Drittel mehr Futter als sonst. Ganz besonders lieben wir ein schönes Bad in einer kleinen Wasserpfütze, im Sand oder im Staub um unsere 3'000 Federn zu pflegen. Damit habe ich mir den Namen «Dreckspatz» eingehandelt!

Staubige Landwege und Pfützen sind für solche Bäder super geeignet, doch davon gibt es immer weniger ... Wir sind sehr gesellig, darum siehst du meistens gleich mehrere von uns zusammen.

Wenn wir merken, dass uns keine Gefahr droht, können wir sogar zutraulich werden: Wir stibitzen von den Tischen und fliegen sogar in die Küchen der Häuser! Am besten gefällt es uns in Dörfern mit Landwirtschaft, in der Vorstadt, einem Stadtgarten, Parkanlagen etc. Da finden wir genügend zum Fressen und auch Orte, wo wir unsere Nester bauen können.
Am liebsten nutzen wir dazu eine Mauernische, eine Dachspalte oder auch eine Höhle in einem alten Baum. Beim Brüten und Aufziehen der Jungen sind unsere Männchen und Weibchen gleichberechtigt und wechseln sich ab!
Das mögen wir nicht
Neben Krankheiten und Parasiten lauern einige Gefahren auf uns: Da sind zum Beispiel ihr Menschen, die Art wie ihr baut, eure Umweltverschmutzung und euer Verkehr (wir Spatzen sind die Vogelart mit den meisten Verkehrstoten!). Aber auch vor der Katze um die Ecke müssen wir auf der Hut sein. Und besonders natürlich vor dem Steinmarder, dem Fuchs, dem Sperber und vielen anderen.
Klar, bin ich einer milden Gabe von euch nicht abgeneigt und stürze mich auf Speisereste von eurem Picknick, Imbiss oder Abfall.
Aber viele eurer Speisen sind nicht gesund für mich und daher sind Getreidekörner, Samen und Insekten besser für mich.
Wenn mir etwas nicht passt,
schimpfe und zettere ich ganz laut:

So kannst du helfen!
Wir sind zwar nicht bedroht und deshalb nicht unter Schutz gestellt. Doch unser Bestand ist stark rückläufig, weil wir immer weniger Lebensräume bei euch Menschen finden. Dabei wäre es gar nicht schwer, uns das Leben leichter zu machen: Und damit würdet ihr Menschen euch auch selbst viel Gutes tun!
Mehr Nistmöglichkeiten
Moderne Häuser lassen keinen Raum für Nestbau unterm Dach, in Nischen oder Spalten. Mauernischen werden verputzt und Dachspalten zugebaut. Darunter leiden auch weitere Vögel wie die Schwalben und Mauersegler. Bei Gebäudesanierungen Nischen und Mauerspalten erhalten und Fassaden begrünen. Auch können geeignete Nistkästen aufgehängt werden.
Mehr Lebensraum und Nahrungangebot
Durch neue Dreschmethoden fällt weniger Körnerfutter an. Die Gärten werden immer langweiliger: Sterile Gartenanlagen und fremde exotische Sträucher können einheimischen Insekten keine Lebensgrundlage bieten. Zurück zum Naturgarten: Heimische Stauden und Sträucher bringen mit ihren bunten Blüten Farbe in den Garten und locken viele Insekten an, ohne die die Aufzucht von Spatzen- und anderen Tierkindern nicht möglich ist! Pflanz Wildstauden an und lass eine Gartenecke verwildern: Damit schaffst du für viele weitere Tiere Raum zum Nisten und Überwintern. Auch im Balkonkistli kannst du wertvolle, einheimische Wildblumen anpflanzen und Tieren damit helfen.
Weniger Pestizide und andere Chemikalien
Unkrautvertilger und Insektenmittel (auch Schneckenkörner und Kunstdünger) setzen vielen Tieren zu. Die Folge sind weniger Nahrung für die Wildtiere, aber auch Vergiftungen. Pflanzenschutz ist auch ohne synthetische Gifte möglich, die zudem auch das Grundwasser belasten. Beim Anbau einheimischer Sträucher kehren auch Nützlinge zurück, die beim Pflanzenschutz helfen wie Marienkäfer, Schwebfliegen, Ohrwürmer etc.
Herzlichen Dank für deine Hilfe!


Etwas wichtiges
über den Spatz hat Krax noch zu sagen:
Er bleibt im Winter
bei uns -und ist damit ein Standvogel!
Internet-Tipp
www.birdlife.ch
www.vogelwarte.ch
Bitte nicht füttern!

Wie alle anderen Wildtiere solltest du auch unsere Vögel nicht füttern. Eine Ausnahme ist nur sinnvoll, wenn Schnee liegt und der Boden gefroren ist.

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Spatz & Spätzli
Eine Tiergeschichte für Kinder und mehr ... Lesen, Malen, Basteln ISBN 3-00-013927-3 Verlag: Reusch, Siegfried, Stuttgart
Tschilp der Spatz
Ines
Joch |


