Kontrolldienst

Wieso hat der STS einen Kontrolldienst?
In der Schweiz gibt es Gesetze, die regeln, wie mit Tieren umgegangen werden soll. Diese Gesetze müssen von allen eingehalten werden. Sie sind aber manchmal nicht so streng, wie wir vom Schweizer Tierschutz STS es gerne hätten. Deshalb hat der STS vor bald 30 Jahren mit anderen Organisationen zusammen eine neue Idee ausgearbeitet. Bauern, welche mehr für ihre Tiere tun als vom Gesetz vorgeschrieben, bekommen einen höheren Preis für die Tiere, wenn sie sie verkaufen. Im Laden werden die Produkte dieser Bauern mit einem besonderen Markenzeichen, einem sogenannten Label, ausgezeichnet (beispielsweise dem Bio-Label). Und weil alle sicher sein wollen, dass die mit einem Label versehenen Produkte wirklich von besser gehaltenen Tieren kommen, braucht es unabhängige und vertrauenswürdige Kontrollen. Zu diesem Zweck wurde der Kontrolldienst des Schweizer Tierschutz STS gegründet.

Die Bedürfnisse der Tiere kennen
Beim Kontrolldienst des STS arbeiten etwa 15 Leute, die sich sehr gut mit den Bedürfnissen der Nutztiere auskennen. Sie wissen, wie Nutztiere tiergerecht gehalten und möglichst schonend transportiert werden. Alle diese Nutztiere werden irgendwann geschlachtet. Entweder weil sie alt sind oder weil sie wegen ihres Fleisches gemästet wurden. Der letzte Gang zum Metzger soll so gestaltet sein, dass sich die Tiere nicht fürchten. Die Spezialisten des Kontrolldienstes STS sehen da ganz genau hin, wo viele Leute lieber wegschauen.

Kontrolle der Labeltiere
Um die Haltung der Nutztiere zu kontrollieren, gehen die Kontrolleure des STS regelmässig und ohne sich vorher anzumelden auf jeden einzelnen Bauernhof, der Labeltiere hält. Auf dem Bauernhof prüfen sie alle Details genau, die für eine gute Haltung wichtig sind. In den meisten Fällen ist alles in Ordnung, denn die Bauern möchten ihre Tiere gut halten und wollen, dass alles tipptopp ist. Manchmal unterlaufen einem Bauern aber auch Fehler. Ab und zu kommt es mal vor, dass einer versucht, die strengen Regeln zu umgehen. Finden die Kontrolleure des STS das bei einer Kontrolle heraus, bekommt der Bauer eine sehr hohe Busse.

Die Kontrolle der Chauffeure
Die Tiertransporte sind schwieriger zu kontrollieren. Die Kontrolleure müssen herausfinden, wann und wo ein Tiertransport losgeht, und sie müssen oft mitten in der Nacht den Chauffeur mit dem Transportfahrzeug abfangen. Dann wird geprüft, ob der Chauffeur vorsichtig fährt und ob der Umgang mit den Tieren stimmt. Eine andere Möglichkeit ist es, auf einem Tiermarkt oder im Schlachthof auf die Tiertransporteure zu warten und zu prüfen, ob nicht zu viele Tiere geladen wurden und ob der Lastwagen richtig eingerichtet ist.

Die Kontrolle der Schlachtbetriebe
Das Überprüfen der Schlachtbetriebe schliesslich ist die aufwendigste Arbeit für die Kontrolleure des STS. Hier wird geschaut, wie die Tiere angeliefert und abgeladen werden, ob sie in den Stallungen richtig versorgt werden, wie der Umgang mit ihnen ist und ob sie vor dem Schlachten richtig betäubt werden. Das ist sehr wichtig, damit die Tiere nicht unnötig leiden. Diese Kontrollen sind die fachlich schwierigste und oft auch die traurigste Arbeit der Kontrolleure des STS.