Landschildkröte

In Süd- und Osteuropa leben vier Arten von Landschildkröten: Die Griechische und die Maurische Landschildkröte, die Breitrandschildkröte und die Vierzehenschildkröte. Diese vier Landschildkrötenarten sind in der Haltung sehr ähnlich. Damit sich die Schildkröten wohlfühlen, brauchen sie ein grosszügiges Gehege im Garten. Während einem halben Jahr halten die Schildkröten Winterschlaf. In dieser Zeit sind sie nicht aktiv, und sie benötigen eine spezielle Unterkunft.

Das Gehege
Das Gehege für die Europäischen Landschildkröten muss an einer sonnigen Stelle im Garten platziert werden. Obwohl Europäische Landschildkröten schwerfällig und langsam wirken, bewegen sie sich gerne. Das Gehege sollte daher mindestens 10 Quadratmeter gross sein.

Ein Teil des Geheges wird mit Wildkräutern bepflanzt, der andere Teil mit Kies und Erde ausgelegt. Insbesondere für Weibchen sind weiche Stellen wichtig, damit sie ihre Eier ablegen können. Für kühle und regnerische Tage brauchen die Schildkröten ein schützendes Häuschen, beispielsweise ein Frühbeet, wie man sie in der Gärtnerei kaufen kann. Wenn es heiss ist, sorgen Sträucher und halbe Korkröhren für Schatten. Gleichzeitig können sich die Schildkröten darunter verstecken. Flache Steine ermöglichen es den Schildkröten, zu klettern.

Das Futter
Einen Teil des Futters können sich die Landschildkröten im Gehege selber suchen. Zusätzlich kann man den Landschildkröten Heu, wilde Kräuter und dunkelgrünen Salat wie etwa Nüsslisalat füttern. Kopfsalat und Gemüse soll man nur selten und in kleinen Mengen geben. Essensreste, Katzenfutter und Obst gehören nicht auf den Speiseplan, das bekommt den Landschildkröten nicht gut. Dafür aber täglich frisches Wasser in einer flachen Schale.

Die Überwinterung
Europäische Landschildkröten sind von Oktober bis April nicht aktiv. Sie halten dann einen Winterschlaf. Damit sie sicher durch den Winter kommen, benötigen sie eine spezielle Unterkunft. Eine Möglichkeit ist es, im Garten ein Gartenhaus aufzustellen und darunter eine tiefe Grube auszuheben. Die Grube wird mit Laub und Erde gefüllt. Die Schildkröte wird in die Grube hineingesetzt und gräbt sich dann dort ein. Eine andere Möglichkeit ist es, die Schildkröte in einer Kiste im Keller zu überwintern. Auch diese Kiste wird mit Laub und Erde gefüllt. Dies geht aber nur, wenn im Keller die Temperaturen gleichbleibend tief sind, zum Beispiel bei einem Weinkeller. Die meisten Keller sind zu warm.

Ich weiss, dass …

… das Europäische Landschildkröten sehr alt werden. Viele Landschildkröten überleben sogar ihren Besitzer. Man muss sich gut überlegen, ob man ein Leben lang für das Tier sorgen möchte. Es ist empfehlenswert, kein junges Tier zu kaufen, sondern einem älteren Tier aus einer Auffangstation ein neues zu Hause zu geben. Ein älteres Tier ist zwar nicht so niedlich wie ein junges Schildkrötchen, aber es kann dich noch viele Jahre erfreuen – und ist dankbar für eine zweite Chance.
… Schildkröten ihr ganzes Leben lang wachsen. Die Mindestmasse für Gehege sind daher abhängig vom Panzer des Tieres. Informieren kann man sich bei der Fachstelle Heimtiere des STS.
… Europäische Landschildkröten erstaunlich gut klettern können. Die Umzäunung muss deshalb unbedingt ausbruchsicher sein. Mindestens 40 cm Höhe sind nötig, damit die Tiere nicht über die Umzäunung klettern.
… Schildkröten keine Kuscheltiere sind. Sie mögen es nicht, wenn man sie hochhebt und herumträgt. Im Winter schlafen sie zudem während mehreren Monaten. Wenn man ein Tier zum Streicheln möchte, oder eines, welches immer aktiv ist, sind Landschildkröten die falsche Wahl.