Ziege

Wilde Ziegen leben in den gebirgigen Gegenden Europas, des nahen Ostens und Mittelasiens. Zu den wilden Ziegen gehören auch die Steinböcke und die Gämsen. Sie leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren. Männchen (Böcke) und Weibchen (Geissen) leben gemischt.

Spezielles Talent
Die Kletterfähigkeit der Ziegen ist einmalig und hat sich bis zu den heutigen Hausziegen erhalten. Wo immer es etwas zu erklettern gibt, wird dies auch genutzt. In fortschrittlichen Haltungsformen werden deshalb den Ziegen immer auch erhöhte Ebenen angeboten. Normalerweise besetzt das ranghöchste Tier auch den höchsten Platz.

Die Verdauung
Ziegen sind Wiederkäuer. Das heisst, sie besitzen ein sehr gutes Verdauungssystem und können dank mehrmaligem Kauen des Mageninhaltes auch harte Gräser, Blätter und sogar Rindenteile verarbeiten. Wenn sie wählen kann, frisst eine Ziege lieber Blätter als Gras!

Sind Ziegen frech?
Ihre natürliche grosse Neugier zusammen mit einem hervorragenden Gleichgewichtssinn lässt Ziegen überall Futter finden und hat ihnen den Ruf eingebracht, frech zu sein. Und bei Gefahr können sich Ziegen dank ihren Hörnern und ihrem Mut sehr gut gegen Feinde verteidigen. Ziegen sind also nicht frech, sondern mutig und neugierig.

Die Kuh des armen Mannes
Die Ziegen produzieren auch aus wenig Futter noch recht viel Milch. Sie geben vergleichsweise mehr Milch als Schafe und diese ist oft auch für Leute geniessbar, die Kuhmilch nicht vertragen.
Ziegen passen sich unterschiedlichsten Bedingungen an und sie sind robust. Zudem haben sie ein natürliches Zutrauen zum Menschen. Darum wurde ihnen der Titel „die Kuh des armen Mannes“ verliehen. Als Fleischlieferanten haben die Ziegen aber keine grosse Bedeutung in der heutigen Landwirtschaft.

Ziegenrassen
Bis heute werden Ziegen selbst in den unwirtlichsten Gegenden von Afrika und Indien erfolgreich als Milchlieferanten gehalten. Aus der Schweiz stammen einige der ältesten und milchreichsten Milchziegenrassen wie die Saanenziege aus dem Berner Oberland und die gämsfarbige Gebirgsziege. Diese Rassen wurden zur Zucht erfolgreich aus der Schweiz in alle Welt verbreitet.

Luxusziegen
Für die Gewinnung von Wolle hingegen ist die Ziege eigentlich eine Luxusausführung des Schafes: Angoraziegen geben Wolle, die nicht gekräuselt ist wie diejenige der Schafe und somit viel einfacher zum Verarbeiten. Trotzdem ist sie robust und wird deshalb gerne als Mohair-Wolle zum Herstellen von Teppichen verwendet. Kaschmirziegen andererseits geben eine Wolle, die viel feiner ist als diejenige von Schafen. Kaschmirstoffe sind zum Tragen leichter und feiner als Schafwollstoffe und dabei deutlich billiger als Seide.

Ich weiss, ....

… dass die Ziege eines der ältesten Haustiere des Menschen ist. Sie wurde vermutlich bereits zehntausend Jahre vor unserer Zeitrechnung zum Haustier gezähmt.
… dass Ziegen vergleichsweise mehr Milch als Schafe geben. Ziegenmilch ist oft auch für Leute geniessbar, welche Kuhmilch nicht vertragen.
… dass Ziegen nicht als Einzeltiere gehalten und auf der Weide nicht angebunden werden dürfen.
… dass Ziegen wie alle unsere Nutztiere Herdentiere sind, die in der Natur in Familien- und Sippenverbänden leben. Deshalb sollten Ziegen nicht alleine gehalten werden.
… dass alle Wildziegen und fast alle Hausziegen behornt sind. Die Böcke haben normalerweise ein weit grösseres Gehörn haben als die Geissen, darum übernehmen sie auch die Führung der Herde.
… dass Böcke und Geissen friedlich zusammen in Herden mit bis zu zwanzig Tieren leben.